Reflexionsgedanken zum Letzte-Hilfe-Kurs in Sachsenheim

Wenn ein Mensch im eigenen Umfeld schwer krank ist oder stirbt, fühlen sich viele unsicher. Früher war es selbstverständlich, Sterbende im familiären und nachbarschaftlichen Umfeld zu begleiten – dieses Wissen ist heute oft verloren gegangen.

Die Letzte-Hilfe-Kurse vermitteln grundlegende Informationen und einfache praktische Handgriffe, die Sicherheit geben und zeigen, wie Begleitung am Lebensende gelingen kann. Im Mittelpunkt stehen Mitmenschlichkeit, Zuwendung und Lebensqualität bis zuletzt.

Mit 15 Teilnehmenden fand das Seminar in einer offenen Atmosphäre statt. Das rege Interesse und der lebendige Austausch zeigten, wie wichtig dieses Thema vielen Menschen ist.

Eine Teilnehmerin berichtet:

 „Als muslimische Krankenhaus- und Notfallseelsorgerin begleite ich viele Menschen in schwierigen Lebenssituationen. In meinen Ausbildungen bin ich bereits intensiv mit Themen rund um Sterben, Tod und Abschiednehmen in Berührung gekommen. Dennoch hat mir der Letzte-Hilfe-Kurs wertvolle neue Impulse gegeben. Er hat mein Wissen vertieft und mir praktische, alltagsnahe Möglichkeiten gezeigt, wie Angehörige und Begleitende schwerkranke Menschen im letzten Lebensabschnitt unterstützen können.  
Besonders hilfreich waren die einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen – etwa Mundpflege bei Trockenheit, achtsame Nähe oder das sensible Wahrnehmen seelischer Bedürfnisse.
Der respektvolle Austausch hat deutlich gemacht, wie wertvoll kulturelle und spirituelle Sensibilität in dieser Lebensphase ist.

Der Kurs war für mich sehr bereichernd und wird meine seelsorgerische Arbeit stärken. Denn am Ende des Lebens braucht jeder Mensch Zuwendung, Würde und einfühlsame Begleitung.“ (Mihrap Demir)