Ein Bericht der Bietigheimer-Zeitung von Michaela Glemser:
„Weißwürste für das ganze Quartier
Das Pflegeheim „Sonnenfeld“ hat am Wochenende ein Zeichen gegen Einsamkeit gesetzt.
Angeregt plauderte Melanie Bueker mit ihren Tischnachbarn und ließ sich Weißwürste mit Brezeln an diesem sommerlichen Vormittag schmecken. „Ich finde diese Veranstaltung so wichtig, damit wir Nachbarn miteinander in Kontakt kommen, aber auch mit den Bewohnern des Pflegeheims ‚Sonnenfeld‘ und des angrenzenden Betreuten Wohnens“, erklärte die Großsachsenheimerin, die im Wohnquartier rund um die Karl-Heinz-Lüth-Straße zuhause ist.
Rund 100 Anwohner, Bewohner des Pflegeheims „Sonnenfeld“ und des Betreuten Wohnen waren der Einladung des Kompetenzteams für die Seniorenarbeit in der Stadt gefolgt und hatten am Samstag an den Tischen im Garten des Pflegeheims zum gemeinsamen Weißwurstessen Platz genommen.
Allianz gegen Einsamkeit
„Wir haben diese Veranstaltung auf der Basis der bundesweiten Allianz gegen die Einsamkeit organisiert“, erläuterte Nicole Raichle, Seniorenbeauftragte der Stadt, die gemeinsam mit Claudia Queißer von der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim und Patricia O`Rourke vom Pflegeheim „Sonnenfeld“ das gemeinsame Essen zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch vorbereitet hatte.
„Natürlich sieht man die Senioren immer wieder beim Einkaufen oder beim Spazieren, aber heute ist der Weg einfacher, um miteinander ins Gespräch zu kommen“, betonte Anwohnerin Bueker, deren Mutter Maria Schlosser ebenfalls im Betreuten Wohnen in der Nachbarschaft lebt. „Ich bin begeistert vom tollen Miteinander heute und dass unsere Einladung so gute Resonanz gefunden hat“, sagte Queißer. Sie versucht viele Angebote auf die Beine zu stellen, um kein Einsamkeitsgefühl bei den Senioren aufkommen zu lassen.
„Hier hat sich ein Zentrum der Integration in unserer Stadt entwickelt. Ich unterstütze diese Aktion sehr gerne, die das gesamte Quartier zusammenbringt. Ich danke allen für das vielseitige Engagement“, sagte Bürgermeister Holger Albrich, der gemeinsam mit Pfarrer Dieter Hofmann und dem Geschäftsführer der Sozialstation, Lothar Kämmle, auch an den Tischen Platz genommen hatte, um mit Anwohnern und Senioren neue Kontakte zu knüpfen.
Gesellschaftliche Aufgabe
Die Hauswirtschaftsleiterin des Pflegeheims, Beate Junghans, hatte dafür gesorgt, dass alle Gäste die zünftigen Speisen genießen konnten. Michael Placzek war für die musikalische Unterhaltung zuständig. „Der Kampf gegen die Einsamkeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, denn davon können alle Altersgruppen betroffen sein. Daher bin ich zuversichtlich, dass es uns heute gelingt, in diesem Quartier ein Zeichen für die Gemeinsamkeit zu setzen“, unterstrich die Seniorenbeauftragte der Stadt, Nicole Raichle. Michaela Glemser“